Amalien-Eiche

Reisebericht von 1864:

Johann Georg Kohl schildert in seinen 1864 erschienenen  „Nordwestdeutschen Skizzen“ auch den Besuch der Amalien-Eiche:

Amalieneiche 1916Unter allen Eichen von Haßbrook scheint mir jedenfalls die, welche der Königin von Griechenland gewidmet ist, oder welche jetzt in der offiziellen Sprache „die Amalien-Eiche“ genannt wird, die mächtigste und zugleich die schönste. Sie beschattet mit ihrer breiten Krone einen großen, anmutigen Wiesenplatz. Jeder ihrer vielen Hauptäste ist so dick, dass er, für sich allein aufgestellt, einen stattlichen Baum abgeben würde. Sie bilden mit ihren zahllosen in- und umeinander verschlungenen Nebenzweigen eine wundervolle und mächtige Kuppel. Das Laub war so reich und frisch wie bei dem jugendlichsten Baume. Sie war damit geschmückt wie ein Greis mit dem hellfarbigsten und reichsten Lockenwuchse.

Meine Leute sagten mir, dass diese alte Eiche im Herbst eine größere Mast (Eicheln-Früchte) gäbe, als irgend ein anderer Baum im Walde. Sie wollten überhaupt die Bemerkung gemacht haben, dass die alten Eichen mehr „Mast“ trügen als die jungen, als ob sie noch kurz vor ihrem Tode noch einmal alle ihre Kräfte zusammennähmen und besonders eifrig für das Fortpflanzungsgeschäft sorgen wollten.

Die Amalien-Eiche hat ein paar Fuß über dem Boden 34 Fuß im Umkreise. Und sie hat das Eigentümliche, dass sie sich von da aus nicht nach oben hin verjüngt. In einer Höhe von 25 Fuß, dicht unter dem Punkte, wo sie in Ästen auseinaner geht, ist sie vielmehr noch merklich stärker und hat daselbst wohl 12 Fuß im Durchmesser. Ihr Stamm gibt daher die Figur einer eleganten Vase mit in der Mitte zusammengeschnürter Taille.

Meine guten Waldleute kannten zwar den königlichen Namen der Eiche. Einer von ihnen hatte die Königin von Griechenland selbst einmal hier gesehen. Aber unter sich, sagten sie mir, bezeichneten sie den Baum doch gewöhnlich nur als: „de dicke Eeke an der Kleirie bi Peter Hagen sinen Hame“ (d.h. die dicke Eiche an der Kleiriede bei Petershagen seiner Wiese). „Vor’n Leefhebber to besehn“ sagten sie, „ist dit de mojeste Eeke in de Brook“ (für einen Liebhaber zu besehen ist dies die schönste Eiche im ganzen Hasbruch).

Beschreibung 1927:

Karl Ehlers berichtet in seinem 1927 erschienen Buch „Der Hasbruch auf der Delmenhorster Geest“:

„Der Ruhm, der mächtigste Baum des Hasbruch zu sein, genießt die Amalien-Eiche. Ihre Wurzelläufe, die vielfach zu mächtigen Maserwulsten anschwellen, erheben sich etwa 1 m über den Boden und erreichen am Fuße einen Umfang von fast 15 Metern. Die Höhe des Schaftes, oberhalb der Knorren noch 9,40 m in der Runde, beträgt bei dem sehr niedrigen Kronenansatz nur 3,70 m, der Inhalt des Schaftklobens 26,2 Festmeter.“

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