Friederiken-Eiche

FriederikeNachdem die Dicke Eiche als bis dahin mächtigste Eiche des Hasbruchs 1923 niedergebrannt war, rückte die Amalien-Eiche als „Königin des Hasbruch“ nach. Seit dieser Zeit wurde auch der ebenfalls zu den über 1000-jährigen Eichen zählenden Friederikeneiche mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Amalieneiche brach am 10. Februar 1982 zusammen. Seit dem trägt nun die Friederikeneiche den Titel der „Königin des Hasbruch“. Sie ist die älteste noch lebende und die letzte der 1000jährigen Eichen im Hasbruch. Ihr Alter wird heute auf ca. 1.200 Jahre geschätzt. Sie ist damit die zweitälteste Eiche Deutschlands. Die durchschnittliche maximale Lebenserwartung von Eichen hat sie bereits erreicht. Bisher ist sie noch in jedem Frühjahr wieder ergrünt und zeigt sich als einer der mächtigsten Bäume Norddeutschlands.

Der Name der Friederiken-Eiche ist auf die 1820 geborene zweite Tochter des späteren (1829 - 1853) Großherzogs Paul Friedrich August von Oldenburg (1783 - 1853) und seiner ersten Frau Adelheid von Anhalt-Bernburg (1800 - 1820), Friederike zurückzuführen. Friederike entsagte später dem Hofleben, heiratete 1855 einen Baron von Washington und lebte bis zu ihrem Tode 1891 in der Steiermark.

 

Alte Berichte:

In den Akten der Försterei findet sich für 1850 folgende Beschreibung der Friederiken-Eiche:

Nro 4. hat 24 Fuß Umfang, auf 9 Fuß gleiche Stärke; wo der Stamm sich in 4 Hauptäste theilt, wovon der stärkste 5 Fuß 10 Zoll; der geringste 2 Fuß 9 Zoll im Durchmesser hält. Diese 4 Hauptäste bilden mit ihren unzähligen Nebenästen eine herrliche in voller Lebenskraft stehenden Krone, die mit ihren äußersten Zweigspitzen einen Kreis von 240 Fuß im Umfang überschattet.

 

Reisebericht von 1864:

Friederiken-EicheJohann Georg Kohl schildert in seinen 1864 erschienenen
„Nordwestdeutschen Skizzen“ auch den Besuch der Friederiken-Eiche:

“Auch noch eine andere dieser Eichen, zu der mich meine Leute brachten, führte meine Gedanken in die österreichischen Berge zurück, nämlich die „Friederiken-Eiche“, welche der oldenburgischen Prinzessin Friederike zu Ehren genannt wurde, einer hohen Dame, die mit dem Geliebten ihrer Wahl, einem Herrn Washington, jetzt in den Hochtälern von Steiermark, fern von den Höfen und Fürsten-Residenzen ein einsames Gebirgsleben führt.

Dieser ebenfalls bewundernswürdige Baum geht in vier Ästen auseinander, die seine Krone bilden und deren jeder vier Fuß im Umfange hat.“

 

Beschreibung 1927:

Karl Ehlers berichtet in seinem 1927 erschienen Buch „Der Hasbruch auf der Delmenhorster Geest“:

„Der weitaus gesundeste Baum unter den alten Waldriesen ist jedoch die etwa 25 m hohe Friederikeneiche. Schon 3 m über der Erde teilt sich ihr Stamm in 4 Äste, deren jeder einen Umfang von etwa 5 m aufweist.“

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